Selbstverständnis und RSL-Thesen

RSL-Selbstverständnis

Der Rote Stern Leipzig ’99 ist ein antifaschistisches Sportprojekt. Der Verein organisiert
sich selbstbestimmt, hierarchiefrei und basisdemokratisch. Alle Entscheidungen werden
in einem offenen Plenum im Konsens gefällt. Wir haben den Anspruch, dass sich alle
Mitglieder aktiv in den Verein einbringen. Der Rote Stern Leipzig richtet sich gegen
jegliche Form von Diskriminierung wie Rassismus, Sexismus, Antisemitismus und
Homophobie. Wir transportieren diese Ansprüche über regelmäßige kulturelle
Veranstaltungen, und wir versuchen sie im sportlichen Bereich sowohl bei Erwachsenen
als auch bei Jugendlichen zu vermitteln. Wir unterstreichen den Gedanken des Freizeit- und
Breitensports, der dem Leistungsprinzip gegenüber überwiegt. Sport, Kultur und
Politik sind untrennbar miteinander verbunden und bilden die Grundlage unseres
Projekts.

RSL-Thesen

1. Zielsetzung

Die Grundlage des Vereins ist das RSL-Selbstverständnis. Die Prioritäten liegen
darauf, Menschen die Möglichkeit zu bieten, einen diskriminierungsfreien Raum zu
gestalten, am Vereinsleben teilzuhaben und sportlich aktiv zu sein. Ziel ist es,
sowohl im Verein selbst, als auch nach außen in die Gesellschaft, gegen jegliche
Form von Ungleichheit zu agieren. Auf dieser Basis sind alle eingeladen, am
Projekt teilzuhaben.

2. Entscheidungsfindung

Das Plenum ist die zentrale Diskussions- und Entscheidungsinstanz des Vereins. Es
wird auf Grundlage des Konsensprinzips entschieden. Wissenshierarchien sollen
nicht entstehen. Aber eine detaillierte Schilderung jedes Sachverhaltes sprengt
die zeitlichen Ressourcen. Das erfordert eine Balance zwischen Vertrauen und
Aufsicht gegenüber denen, die Aufgaben übernehmen. Einmal im Monat wird
anstelle eines Plenums eine Sitzung durchgeführt, an der alle Personen, die
zentrale Funktionen übernommen haben, teilnehmen und aktuelle und zukünftige
Projekte abstimmen.

Im Plenum wie auf anderen Ebenen unterscheiden wir nicht zwischen
Vereinsmitgliedern, Fans, Sympathisant_innen und Kutte. Der Verein wird von
denen gestaltet, die das wollen. Die Strukturen und Aufgaben sind vereinsintern
transparent. Der Verein ermutigt Mitglieder, Sympathisant_innen und Fans am
Projekt teilzuhaben.

3. Schwerpunkt Jugendarbeit

Ein Schwerpunkt liegt in der Jugendarbeit. Der Verein schafft die strukturellen
und infrastrukturellen Voraussetzungen für eine breit angelegte
Jugendabteilung. Die Maxime ist, dass jedes Kind und jeder Jugendliche, der beim
RSL spielen möchte, dies kann.

4. Selbstorganisation der Jugendlichen

Die Jugendlichen im RSL organisieren sich selbst und beteiligen sich am
Vereinsleben. Der Verein unterstützt die Jugendlichen, sodass sie sich gem.
ihrer Interessen entfalten können. Die Jugendlichen werden zukünftig den Verein
stärken und bereichern. In einem ersten Schritt unterstützt der Verein daher die
Einrichtung eines Jugendplenums.

5. Ehrenamt & Hauptamt

Die Strukturen des Vereins werden auf Grundlage der Ansprüche und der
Notwendigkeiten weiterentwickelt. Zur Unterstützung und Entlastung des
Ehrenamtes werden sukzessiv und analog zu den Schwerpunktsetzungen des
Vereins hauptamtliche Strukturen geschaffen.

6. Finanzen

Die Finanzpolitik des Vereins orientiert sich an den Notwendigkeiten,
formulierten Zielen und der Erhöhung der eigenen Handlungs- und
Aktionsfähigkeit.