Verantwortung erfahren

Die Radsportgruppe des „Roter Stern Leipzig 99 e.V.“ lädt zur dritten Fahrraddemonstration mit Radsportcharakter unter dem Motto „Verantwortung erfahren“ GEMEINSAM GEGEN ALTE UND NEUE NAZIS ein. 

Vom 25. bis 26. April 2020 werden wir am Sonnabend von Leipzig über Halle/Saale, Weißenfels, Naumburg nach Jena fahren und am Sonntag von Jena nach Eisenberg über Zeitz nach Leipzig zurück.

„Verantwortung erfahren“ heißt für uns: Aus der Geschichte lernen. Aktivitäten rechtsextremer Zusammenschlüsse, Rechtsrockkonzerte, Überfälle auf Unterkünfte Geflüchteter und Übergriffe auf Andersdenkende in den Bundesländern Sachsen, Sachsen Anhalt und Thüringen sind alarmierend. Erinnert sei hier an die bekanntesten fremdenfeindlichen Konzertorte, Terroristenvereinigungen, Ausschreitungen von Hoyerswerda, Freital, Erfurt, Chemnitz oder den Anschlag in Halle an der Saale. Zusammenschlüsse wie die Skinheads Sächsische Schweiz, Gruppe Freital, Sturm 34 oder Konzertorte Themar, Kloser Vesßra, Ostritz stehen exemplarisch für Aktivitäten der letzten 30 Jahre.

Bis heute werden von Teilen der Politik und Gesellschaft rechtsextreme Gesinnungen ignoriert und verharmlost. Durch gut organisierte Strukturen und Netzwerke in Sachsen, Sachsen Anhalt und Thüringen konnten die Mord- und Gewalttaten des Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) jahrelang unbehelligt agieren. Eine lückenlose Aufklärung gibt es bis heute nicht. Statt Aufzuklären, wurden Akten vernichtet, Akten gesperrt oder Zeugen die Aussage verweigert.

Wahlerfolge der Deutschen Volksunion (DVU) zu den Landtagswahlen 1998 in Sachsen Anhalt mit 12,9%, Nationaldemokratischen Partei (NPD) zu den Landtagswahlen in Sachsen im Jahr 2004 mit 9,2%, 2009 mit 5,6% und 2014 mit 4,9%, aber auch die Wahlergebnisse der Partei Alternative für Deutschland (AfD) zu den Landtagswahlen zeigen, wie verwurzelt die rechte Szene in den drei Bundesländern seit Jahren ist und sich am rechtem Rand der Gesellschaft formiert. 

Zum Selbstverständnis der Radsportgruppe des Roten Stern Leipzig gehört ein friedliches und tolerantes Miteinander, frei von Rassismus, Nationalismus und Homophobie.

Mit unserer Fahrraddemonstration positionieren wir uns gegen Nazipropaganda, rassistische und antisemitische Hetze, sowie gegen jede Form menschenverachtender und sexistischer Politik. Die Orte, durch die wir fahren werden, stehen exemplarisch für rechtsextreme Aktivitäten und Strukturen, aber ebenso für den Widerstand dagegen. Unsere Fahrt soll deshalb auch unsere Unterstützung und Solidarität mit den lokalen Initiativen zeigen, die sich der täglichen Auseinandersetzung mit Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Ausgrenzung stellen.

Alles weitere über Unterstützer und die Ausschreibung zur Fahrt findet Ihr hier:

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