Aufstiege

Was braucht es für einen oder in diesem Fall zwei Aufstiege? Man könnte nun von Trainerfüchsen, einem eingeschworenem Team und anderen Weisheiten schreiben, aber im Falle des Doppelaufstieges in jeweils neue astronomische Höhen des unterklassigen Fußballs bedarf es etwas mehr, um das Phänomen fassbar zu machen.

Zuerst ist zu erwähnen, dass beide Mannschaften trotz der aktuellen Trainergespanne aufsteigen werden und das spricht hauptsächlich für die geballte Qualität der Kader. Dennoch beruhen die Aufstiege auf unterschiedlichen Traineransätzen. Eine bewusste Trainingsdosierung, maximal einmal pro Woche mit höchstens acht Spielern und ohne Trainerpräsenz war ein Schlüssel zum Erfolg. Wiel Coerver‘s-Trainingsmethoden, One-Touch und andere spieltaktische Zwänge, um zwischen 35 verschiedenen Spielsystemen während der 90 Minuten problemlos zu switchen, festgehalten im selbstverfassten Playbook, prägten die wenigen Trainingseinheiten von Macher Muckel, die keiner der Aktiven bis heute wirklich verstanden hat. Ob nun 3-5-2, 4-4-2 oder 4-1-4-1 ist egal, den Aufstieg brachte die würgungsvoll gelebte Maxime der Zweiten „hart, härter, Härtig“.

Dass Aufstieg auch physisch statt psychisch geht, beweist die Dritte in der Gestaltung ihrer Übungseinheiten. S. M/W setzten bedingungslos auf Quantität des vorhandenen Spielermaterials und Abnutzungskampf untereinander. Mit Roddi alias El Cubano als allgemeinhin bekannten, ligenübergreifenden Trainings-Foul-Weltmeister ein sicherlich nicht uncleverer taktischer Kniff. Um es dem Terrier aus Cottbus nicht zu einfach zu machen und ihn beständig zu fordern, stählern die selbsternannten Coaches der Dritten in unzähligen Kraftübungen die Körper ihrer Schützlinge. So quält die Generation Smartphone-Trainer die Dritte mit dem Fitness-Programm „Seven Challenges“ mit Crunches, Squats und anderer nebulösen englischer Fachtermini, die sie exklusiv aus der Sportetage Süd mitgebracht zu haben scheinen. Für Fußballromantiker, früher nannte man solche sinnbefreite Methoden Kraftkreis mit Rumpf- und Kniebeugen oder Liegestützen, die typischerweise in der vorsaisonalen Phase des Fußballjahres auf diversen Plätzen zu bewundern waren. Um sich von dieser Plagerei zu erholen, gewährt das Trainerduo bei tropischen Temperaturen gnädigerweise Japan-Tests oder 45-minütiges Freilaufen-Decken zur regenerativen Erholung. Selbst Marko F. meint stolz zu seinem Muskelbruder aus der Zweiten, „schau mal Robi, mein Bi- und Trizeps wird zum Quartzeps.“ ... (mehr erfahrt ihr im kiezkicker)